Weinraute, Ruta graveolens



Solinger Kräuterkontor

Weinraute


Ruta graveolens

Weinraute, Ruta graveolens, Rutaceae, rutam

Augenraute, Edelraute, Gartenkraut, Weinkraut, Weinraute


Botanik:


Sehr aromatisch, mehrjährig, bis zu 1m hoch und immergrün ist die Weinraute mit fleischigen, dreigelappten Blättern und deren Fiedern nochmals ein- bis zweifach fiederteilig und drüsig punktiert. Die Kronblätter der Blüten sind fünfzählig, gelbgrün, die Samenkapsel ist rundlich.

Beheimatet ist die Weinraute im Mittelmeerraum, über die Alpen wurde sie wahrscheinlich von Benediktinern gebracht und gedeiht weltweit in Bauern- und Klostergärten als Garten- und Arzneipflanze, verwildert aber auch gelegentlich. Sie liebt offene, sonnige Stellen.


Verwendete Teile:


Sprossteile werden im Sommer geerntet und getrocknet.


Inhaltstoffe:


Ätherisches Öl, wenig Gerbstoff, Furanoglucosid, Alkaloid, Flavonglycosid, Rutin, welches stärkend und verdichtend in der inneren Gefäßwand wirkt.


Heilwirkung:


Die Heilwirkung der Weinraute wird in vielfältiger Weise beschrieben, wobei man die giftige Eigenschaft des äther. Öls immer beachten und Mengenangaben in jedem Fall eingehalten werden sollten. Die Weinraute wurde schon im antiken Griechenland verwendet, um die Periodenblutung anzuregen. Man kennt die Weinraute als leicht beruhigend, schlaffördernd, krampflösend und auch als Diuretikum. Die Kräutermedizin in unseren Breiten verwendete die Weinraute bei Hysterie, Fallsucht, Darmwürmern und Kolliken, Vergiftungen. Es wird immer wieder empfohlen, die Weinraute als Tee mit anderen Kräutern z. B. Baldrian, Melisse, Weißdornblüten u. a. zu mischen.

Sebastian Kneipp bevorzugte die Weinraute als Heilmittel.


Geschichte und Sage:


Im antiken Griechenland und Ägypten wurde die Weinraute neben ihrer menstruationsfördernden Wirkung auch bei Abtreibungen und zur Stärkung der Sehfähigkeit eingesetzt. Im Mittelalter galt die Weinraute als Zauberkraut gegen Pest, Schlangen, Hexen, aber auch als Weihwasserwedel.


Kulinarisches:


Minderwertiger Wein wurde mit Weinraute verbessert. Heute wird mit den frischen Blättern Fisch und Fleisch verfeinert, ebenso Soßen und Suppen.

Sie gilt auch als Aromastoff für Liköre wie z.B. Grappa.