Weberkarde, Dipsacus sativus



Solinger Kräuterkontor

Weberkarde


Dipsacus sativus

Weberkarde, Dipsacus sativus L.,

Dipsacaceae, cardones

Wilde Karde, Kardendistel,


Botanik:


Ungefähr 15 frostharte Arten der Karden kommen in Europa, Nordafrika und den gemäßigten Zonen Asiens vor, sie sind zwei oder mehrjährig, die im CV erwähnte Weberkarde ist eine Unterart der Dipsacus fullonum, ( wilde Karde ).

Sie wächst gerne auf mäßig fruchtbarem, durchlässigem Boden in der Sonne oder Halbschatten, in Unkrautbeständen an Wegen, Schuttplätzen und Dämmen verbreitet sie sich rasch durch Aussaat. Karden besitzen stachelige, gerillte, bis 2m hohe Stängel. Im ersten Jahr bilden sie eine Rosette von bis zu 30 cm langen, spitzen Grundblättern aus, die am Rand bewimpert sind. Mit dem Beginn der Blüte scheinen sie zu vertrocknen. Im zweiten Jahr erscheint der Stängel mit 1 – 5 mm langen Stacheln, oben verzweigt, die Stängelblätter sind kürzer, ungeteilt, stehen sich kreuzständig gegenüber und bilden so am Grund den Trichter, den die Pflanze als Regenwasser-Reservoir nutzt. Die Blütenköpfe sind borstig, darauf sitzen die weiß-violetten Blütenköpfe.


Verwendete Teile:


Die Wurzel, der Blütenkopf zur Bearbeitung von Filz.


Inhaltstoffe:


Inulin, Bitterstoffe, Scabiosid


Heilwirkung:


Die Kardenwurzel wird heute kaum noch als Arzneidroge genutzt. Ihre therapeutische Wirkung ist nicht ganz geklärt. Sie gilt als reinigend und verdauungsfördend. Außerdem wirkt sie harntreibend und schweißfördernd, aber auch magenberuhigend, ebenso tonisierend für den Magen, hilfreich bei Leberleiden und Gallebeschwerden. Ein klares Bild über die Wirkweise der Karde ist leider noch nicht vorhanden.


Geschichte und Sage:


Der Name Dipsacus lässt sich ableiten aus dem griechischen „dipsa =Durst“. Dies bringt man in Verbindung mit dem Wanderer, der seinen Durst aus dem Blattreservoir der Karde löschen konnte. Dioskurides erwähnt zwei Möglichkeiten der Anwendung. „Labrum Veneris“ als Venusbad sollte es verschönen und verjüngen, oder eine Paste aus der Wurzel in Wein gesiedet und zerstoßen gegen Fisteln und Warzen gut sein.

Mit den getrockneten Fruchtständen krempelte man früher Wollgewebe, d. h., es wurde der Wollstoff gekämmt und dadurch die Haare aufgekratzt, was heute noch bei der Herstellung des Filzes für Billardtische angewandt wird. Auch beim Hecheln von Lein wurde der Kardenblütenkopf genutzt, auch ein Grund, um im CV aufgeführt zu werden.


Kulinarisches ist nicht bekannt.