Schwertlilie, Iris germanica



Solinger Kräuterkontor

Schwertlilie


Iris germanica

Schwertlilie, Iris germanica,

Iridaceae lilium


Botanik


Die Schwertlilie besteht aus einem ausdauernden Kraut mit einem verdickten, unterirdischen Wurzelstock. Aus diesem kommen die schwertförmigen Blätter und ein bis 100 cm hoher, sich verzweigender Stängel. Am Ende des Stängels entstehen die schönen großen violetten und weißen Blüten. Die Früchte sind Kapseln. Ursprünglich ist die Schwertlilie im Mittelmeerraum beheimatet, aber auch in Afrika und Russland.

Heute finden wir die Iris germanica und ihre nahen Verwandten, die Iris Pallida Lam und die Iris Florentina L, als sehr dekorative Zierpflanze in Parks und Gärten. Sie findet aber schon Beachtung im Dioskurides 1. christlichen Jahrhundert .

Die zwischen Oktober und März ausgegrabenen Wurzelteile (Rhizoma iridis) werden nach dem Reinigen und Schälen geschnitten und getrocknet. Dabei entwickelt die Wurzel den typischen Veilchengeruch (Keton Iron). Sie wird dann brüchig und ist gelblich gefärbt.


Verwendete Teile:


Wurzelstöcke von drei- bis vierjährigen Pflanzen.


Inhaltstoffe:


Ätherisches Öl, Flavonoide, Stärke, Zucker, Schleimstoffe, Harz, Gerbstoffe.


Heilwirkung:


Die Droge wird angewendet bei der Behandlung von Entzündungen der oberen Luftwege, ebenso bei Gallenleiden und Migräne. Das durch Destillation gewonnene äther. Öl findet in der Nährmittel- und Kosmetikindustrie Verwendung. In der Heilpraxis haben alle drei Sorten der Schwertlilie den gleichen Wert. Sie sind als Arzneipflanzen im Arzneibuch offiziell anerkannt.


Geschichte u. Sage:


Im 1. christlichen Jahrhundert findet sie bei Dioskurides Beachtung. Als „erwärmend“ genannt, hat die Schwertlilie vielerlei Wirkung. Sie vertreibt Leberflecken und Sonnenbrand, füllt Geschwüre mit Fleisch aus, wirkt schlafmachend, heilt Leibschmerzen, befördert Katamenien ( Monatsblutung), hilft als Abtreibungsmittel und gegen giftige Bisse, ebenso als Aufstrich gegen Kopfschmerzen.


Kulinarisches:


Zur Verbesserung von Geruch und Aussehen kommt die Droge bei der Herstellung von Medikamenten und in der Kosmetikindustrie zur Verwendung.