Schlangenknöterich, Polygonum bistorta



Solinger Kräuterkontor

Schlangenknöterich


Polygonium bistorta


Schlangenknöterich, Polygonum bistorta L.,

Polygonaceae, dragantea

Kalbszunge, Schlangenwurz, Natterkraut, Schluche, Wiesenknöterich, Schaf- Lämmerzunge



Botanik:


Der Schlangenknöterich ist eine krautige, mehrjährige Pflanze mit einer Wuchshöhe zwischen 20 – 100 cm. Die Stängel sind aufrecht und unverzweigt. Die Grundblätter sind groß, an der Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite bläulich grün. Der Wurzelstock ist häufig zu einem S gewunden, flach gedrückt und quergerillt. Er ist mit vielen Wurzeln besetzt und innen rotbraun gefärbt. Der Blütenstängel endet in einem großen, walzenförmigen Blütenstand, dessen Blüten heller und dunkler rosa sind. Er blüht von Mai bis Juli und bevorzugt fette, feuchte Humusböden, auch Bachufer und lichte Waldplätze, die reich an Stickstoff und Mineralverbindungen sind. Bienen sammeln gerne den Nektar, der, wird er zu intensiv gesammelt, dem Honig einen leicht bitteren Geschmack verleiht. Der Schlangenknöterich ist in allen gemäßigten Regionen Eurasiens und Nordamerikas verbreitet und wächst in Hochstaudenfluren der Alpen bis auf 2000 m Höhe, nicht aber im Mittelmeerraum.



Verwendete Teile:


Der Wurzelstock



Inhaltstoffe:


Gerbstoffe, Stärke, Eiweiß



Heilwirkung:


Die Gerbstoffdroge wird eingesetzt als Tee bei Durchfall und als Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Auch bei der Wundbehandlung als Umschlag oder Teilbad wird er ähnlich wie Eichenrinde oder Blutwurz eingesetzt.



Geschichte und Sage:


Die Gerbstoffdroge des Schlangenknöterich wirkt von allen Arzneipflanzen am stärksten astringierend und wird so zum Stillen von inneren und äußeren Blutungen verwandt. Im antiken Griechenland beschreibt Dioskurides ausführlich die vielfältigen Möglichkeiten, Schlangenknöterich in der Heilmedizin einzusetzen. “Die Wurtzel wirdt im August Monat auß gegraben, danach wenn sie gewaschen ist, zu kleinen stucken zerschnitten unnd an einen Leynen Faden im schatten zu trücknen gehenckt“.

Gesotten mit Honig und Stinkwurtz vermischt, säubern und heylen die Geschwer, die weitter umb sich fressen“. Die Wurzel mit Wein getrunken soll Männer zur Begierde und Unkeuschheit verleiten. Die Indianerkulturen Amerikas schätzen die Wurzeldroge des Schlangenknöterich in vielfacher Weise.



Kulinarisches:


In manchen Gegenden werden die Blätter als Spinat zubereitet, in Russland die gereinigte Wurzel als Gemüse geröstet.