Schlafmohn, Papaver somniferum



Solinger Kräuterkontor

Schlafmohn


Papaver somniferum

Schlafmohn, papaver somniferum,

Papaveraceae, papaver,



Botanik:


Der Schlafmohn ist eine einjährige, kräftige, graugrün überlaufende Pflanze, die bis zu 1 Meter hoch werden kann. Aus der Pfahlwurzel wächst ein hoher Stängel. Die Blätter sind groß und tief geteilt, die Blüten sehr schön und von violetter bis purpurner Farbe. Die Kapsel ist die Frucht aus welcher zur Zeit der Reife im Juli bis August Samen fallen. Die unreife Kapsel wird eingeritzt, der austretende und dann getrocknete Saft wird in der pharmazeutischen Industrie zur legalen Herstellung von Morphinen und Codein benutzt, illegal ist die Gewinnung von Opium und Heroin. Schlafmohn ist giftig.


Verwendete Teile:


Milchsaft (Latex)


Inhaltstoffe:


Morphin (bis zu 20%), Narcotin (5%), Codein (ungef. 1%), sowie Pavertin sind einige der mehr als 40 verschiedenen Opiumalkaloide, außerdem Meconsäure, Proteine, Schleimstoffe, Zucker, Harze u. Wachse. Alle Wirkstoffe sind gut untersucht.



Heilwirkung:


Morphin ist eines der stärksten Schmerzmittel der Schulmedizin und findet häufig Anwendung bei schwersten Erkrankungen mit starken Schmerzen. Codein wird bei Kopfschmerz, Durchfall aber auch bei starkem Reizhusten eingesetzt. Die Abhängigkeit von Opium ist zweifelsfrei nachgewiesen. In der Kräuterheilkunde gilt es als „kaltes Mittel“, das die körperliche Funktion vermindert.


Geschichte und Sage:


Seit 4000 Jahren wird Schlafmohn wegen seiner medizinischen Wirkung angebaut. In der Schweiz wurde er in ebenso alten Pfahlbauten gefunden. Vor 3000 Jahren wurde er in Griechenland genutzt, zur selben Zeit auf sumerischen Tafeln als Pflanze der Freude erwähnt. In China wird der Schlafmohn ab dem

7. Jahrhundert bekannt, in Japan erst ab dem 15. Jahrhundert.

Dioskurides schrieb, dass eine Abkochung der Blätter und Blütenköpfe unvergleichlich in schlaffördernder Wirkung sei. Im minoischen Kult wurde der Schlafmohn der Kornmutter Demeter zugeordnet, die antiken Hippokrater verwendeten ihn bei Wassersucht, Schlafstörungen, wegen der berauschenden Wirkung auch rituell.

Vermutlich zur Jungsteinzeit wurde die Pflanze in Oberitalien, der Schweiz, Süddeutschland und zwischen Bodensee und der Provence gezüchtet.


Kulinarisches:


Mohn für Brötchen und Kuchen wird aus dem ungiftigen Klatschmohn hergestellt.