Marienblatt, Tanacetum balsamita



Solinger Kräuterkontor


Marienblatt

 

Tanacetum balsamita

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marienblatt,

Tanacetum balsamita L., Asteraceae, costum

 

Balsamkraut, Frauenminze

 

 

Botanik:

 

Die zur Familie der Korbblütler gehörende Pflanze ist ausdauernd und wird bis zu 1,50 m

hoch. Ihr Stängel ist flaumig behaart, mit länglichen bis

eiförmigen, an der Unterseite stark behaarten Blättern. Sie duftet

sehr aromatisch. Die Blütenstände bestehen aus kleinen gelben

Röhren. Die Zungenblüten sind weiß.

Das Marienblatt blüht während des Sommers zwischen Juli und August.

Die Heimat dieser Pflanze ist Asien. Hier bevorzugt sie einen nährstoffreichen Boden und einen

sonnigen Platz. Die winterharte Pflanze wuchert leicht, so dass es

ratsam ist, sie häufiger zurückzuschneiden.

 

 

 

Verwendete Teile:

 

Blätter zur Blütezeit.

 

 

Inhaltstoffe:

 

Ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe.

 

 

Heilwirkung:

 

Die Heilwirkung dieser Pflanze ist heute vielfach in Vergessenheit geraten. Sie wirkt vor

allen Dingen entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Der Aufguss

des Marienblattes wirkt bei Verdauungsbeschwerden, auch bei Galle-,

Leber- und Menstruationsproblemen. Bei Erkältungskrankheiten wird

der Tee ebenfalls eingesetzt.

 

 

 

Geschichte und Sage:

 

Schon in der Bibel beim Hohelied Salomos wird ein Würzgärtlein erwähnt, in dem

Balsamkräuter wachsen. Bei Hildegard von Bingen wird das Marienblatt

gegen Ohnmacht und Gifte aller Art eingesetzt. Gegen Läuse, Lepra

und Fieber ist wohl eher die Mentha aquatica gemeint.

Das Marienblatt wird auch Gebetbuchpflanze genannt. Früher nahmen Kirchgängerinnen gerne ein

Sträußlein im Gebetbuch mit zum Gottesdienst, um das Einschlafen zu

verhindern.

 

 

Kulinarisches:

 

In kleinen Mengen zum Würzen von Fleisch, insbesondere Hammelfleisch. Es werden auch

Salate oder Geflügelfüllungen mit Marienblatt verfeinert und Liköre

aromatisiert. Als Duftpflanze findet es in wohlriechenden

Blumensträußen Verwendung.