QR-Code Bohnenkraut

Gutes aus Kräutern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HEILPFLANZEN

Anis - Pimpinella anisum

Pimpinella anisum (syn. Anisum vulgare, A. officinarum, Apium anisum, Carum anisum, Pimpinella anisum cultum, Selinum anisum, Sison anisum, Tragium anisum);

 

Anis (syn. Änes, Aneis).

Pimpinella anisum - Anis

 

VORKOMMEN

Ursprünglich wahrscheinlich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, wird Anis heute weltweit in Gebieten mit gemässigtem Klima angebaut, insbesondere in Mittelamerika und -europa, in Japan, in Südeuropa und um das Mittelmeer. Hauptanbaugebiet ist Südrussland.

 

MERKMALE

Die Anispflanze wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 60 cm. Die Pfahlwurzel ist dünn. Der aufrechte, stark verzweigte Stängel ist leicht behaart. Die ganze Pflanze ist stark aromatisch. Die Laubblätter sind verschiedengestaltig: die 2 bis 5 cm lang gestielten, einfachen Grundblätter sind herzförmig rundlich, zwischen 1 und 3 cm gross und am Rand eingeschnitten gesägt.

Die kleinen Blüten sind fünfzählig, zwittrig und radiärsymmetrisch, Kelchblätter fehlen. Die braunen Früchte sind trockene, zweiteilige Spaltfrüchte (Doppelachäne), die im August bis September reifen.

 

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

1. Anisi aetheroleum (syn. Oleum Anisi); Anisöl, das äther. Öl aus den reifen Früchten.

 

2. Anisi fructus (syn. Anisium, Anisum, Fructus Anisi, Fructus Anisi vulgaris, Semen Absinthii dulce, Semen Anisi); Anis (syn. Anisfrüchte, Süsser Kümmel), die getrockneten Früchte.

 

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Anisfrüchte enthalten ätherisches Öl (2-6 %), Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Anethol ist mit bis zu 90 % der Hauptbestandteil des ätherischen Öls.

Anethol, Estragol, Anisaldehyd

 

ANWENDUNG

Ein heisser Aufguss (Infus) wird aufgrund seiner schleimlösenden (sekretolytischen) und sekretomotorischen Wirkung als Hustenmittel (Expektorans), auf Grund von krampflösender (spasmolytischer) und blähungstreibender (karminativer) Wirkung auch bei Magen-Darm-Beschwerden, verwendet.

Anis regt die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an. Anistee wird daher – oft auch mit Fenchel und Kümmel gemischt – bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken und Krämpfen eingesetzt.

 

Für Anistee überbrüht man 1 Teelöffel Anis mit 1 Tasse kochendem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen.

 

Gerne wird Anis in Erkältungsmitteln (Tee, Sirup, Elixier, Tropfen, Bronchialpastillen) in Kombination mit z.B. Meerrettich, Kalmus, Fenchel, Efeu, Meisterwurz, Süssholz, Bibernelle, Spitzwegerich, Schlüsselblume, Wacholder und Isländisch Moos eingesetzt.

 

Als Mittel gegen Muskel und Gelenkschmerzen (Crémes) wird Anis gerne in Kombination mit z.B. Arnika, Thymian, Scheinbeere, Pfefferminze und Rosmarin verwendet.

 

HOMÖOPATHIE

1. Pimpinella anisum (syn. Anisum) HAB 34, die getrockneten, reifen Früchte. Anwendungsgebiet: Nackenschmerzen, Hexenschuss.

 

2. Pimpinella anisum, äthanol. Decoctum HAB 1; Anis, die getrockneten, reifen Früchte. Anwendungsgebiet: anthroposophische Therapierichtung.

 

ANIS IM GARTEN

Anis - Pimpinella anisumAnis braucht einen sonnigen Platz und einen warmen, wasserdurchlässigen und – wo möglich – einen leicht kalkhaltigen Boden. Die Samen kann man an Ort und Stelle direkt ins Beet in Reihen dünn aussäen. Später werden die zarten Jungpflanzen vorsichtig auf einen Abstand von 20 cm vereinzelt. Vor allem in der Wachstumsphase sollte der Boden nicht austrocknen. Anis ist ansonsten relativ pflegeleicht. Düngergaben sind nicht erforderlich. Anis blüht zwischen Juli und August in kleinen weissen Blüten. Die Pflanze wächst zwar unter allen Wetterbedingungen, nur mit genug Wärme reifen die Samen. Zur Ernte der Aniskörner schneidet man die Stile der Dolden ab und hängt sie zum trocknen auf. Nach dem Trocknen können die Aniskörner ausgeschlagen werden.

 

SONSTIGES

Der Aniskringel ist eine sehr alte Opferspeise, die in Norddeutschland bei Gildegelagen, Erntefesten, beim Ringreiten und Frühlingsfesten ins süsse Bier – oder noch früher in Met – eingebrockt wurde. Auch an ihrem Hochzeitstag teilte die Braut dieses Gebäck an bevorzugte Gäste aus. Wenn sie aus der Kirche kam, setzte sie sich vor „dat Hörnschapp“ (Eckschrank). Jede Frau, die ihr ein Geschenk machte, bekam dafür aus einer zinnernen Schale einen Löffel voll süssem Bier mit eingebrockten Kringeln.

 

Anis galt in vielen ländlichen Gebieten als Aphrodisiakum. Im Herbst, wenn man sich nach der Feldarbeit wieder häuslichen Pflichten zuwandte, bereiteten die Frauen und Mädchen ihren Männern anishaltige Getränke. Am 30. November (Andreastag) sollte er besonders zauberkräftig sein.

 

Letzte Änderung: 27.02.2015 / © W. Arnold

Copyright W. Arnold

 

Icon Anis "Heilpflanze des Jahres 2014"

Icon Anis - SRF Player - (Video, 0:49)

 

Ordnung

Familie

Unterfamilie

Gattung Apiales

Apiaceae

Apioideae

Pimpinella

Wiss. Bez. Pimpinella anisum

 

In der westlichen Küche wird Anis heute vor allem in Brot und Backwaren verwendet. Hauptsächlich wird Anis jedoch Spirituosen und Likören beigemischt.

 

r Anis wird seit langem sowohl in der Küche als auch in der Duftindustrie verwendet.

 

Kommission E:

- positive Bewertung

 

 

 

Bärwurz, meum athamanticum , Apiaceae ameum

Bärendill, Herzwurz,

Botanik:

Die Bärwurz ist ein typisches Doldengewächs. Mit gelblich-weißen, manchmal

auch rötlichen Blüten und deren Doldenstand erster und zweiter Ordnung wird

sie ungefähr 50 cm hoch und blüht von Mai bis August. Sie hat ein kräftiges

Rhizom. Die sehr zarten, feinen Blätter, deren Einzelfiedern in nur 0,2 mm

Stärke enden. Auffällig ist der würzige, etwas süße Duft, der an Fenchel oder

Dill erinnert.

Die Pflanze bevorzugt magere, kalk-, stickstoff- und salzarme Böden, sowie

eine permanent hohe Luftfeuchtigkeit. Wild wächst die Bärwurz auf Weiden

und Wiesen der Mittelgebirgsregion von ungefähr 400 m bis 2000 m. Seit dem

Mittelalter wird sie kultiviert.

Verwendete Teile:

Blätter den ganzen Sommer, Wurzel im Spätherbst.

Inhaltstoffe:

Die medizinisch verwendete Wurzel enthält ungef. 0,7% ätherisches Öl mit

Ligustilid und Monoterpene sowie Kaffeesäurederivaten.

Heilwirkung:

Der Bärwurz wird appetitanregende und verdauungsfördende Eigenschaft

zugesprochen. Getrocknete Wurzel wurde auch dem Vieh gegen Blähungen

zugefüttert. Auch bei Nierenleiden und Blasenerkrankungen kam Bärwurz zur

Anwendung. Heilpraktiker empfehlen den Bärwurzwirkstoff bei Herzschwäche

und Herzleiden. Daher kommt auch der Name Herzwurz. In der Homöopathie

verwendet man die frische Wurzel :

(Meum athamanticum HAB34)

Geschichte und Sage:

Nicht sicher lässt sich nachweisen, dass Bärwurz bereits bei Plinius oder

Dioskurides bekannt war. Ein Schreiber des Mittelalters empfiehlt

„Warm Wasser darin Beerwurtzeln“. Sicher wird die Bärwurz erwähnt in der

Physica der Hildegard von Bingen als zerstoßene Wurzel gegen Fieber und

Gicht. Albertus Magnus nannte sie „radix ursi“, Bärenwurzel.

Kulinarisches:

Sehr bekannt ist die Bärwurz heute noch als wichtiger Bestandteil des

gleichnamigen bayrischen Kräuterschnapses. Fisch-, Fleisch-, und Eierspeisen

werden gerne mit dem Kraut der Bärwurz verfeinert.