echtes Tausendgüldenkraut, Centaurium erythraea



Solinger Kräuterkontor

echtes Tausendgüldenkraut


Centaurium erythraea



Echtes Tausendgüldenkraut, Centaurium erythraea Rafn, Gentianaceae,


Febrefugiam,

Centorelle, Fieberkraut, Laurinkraut, Magenkraut, Piferkraut, Sanktorikraut.


Botanik:


Mit 40 weiteren Arten gehört das Tausendgüldenkraut zu den Enziangewächsen, welches in ganz Europa bis zu einer Höhe von 1400 m vorkommt, mit Ausnahme der nördlichen Regionen. Im Süden findet man es bis nach Nordafrika, im Osten bis zum Kaukasus und Iran. Nach Nordamerika wurde es durch die Puritaner gebracht. Die ein- bis zweijährige Pflanze wächst gerne Wärme liebend auf sandigem, trockenem Boden, aber auch an Waldrändern, an Trockenhängen und in Dünentälern. Aus der hellen Pfahlwurzel bildet sich ein vierkantiger Stängel, der sich erst im Blütenstand gabelt und 8- bis 50 cm hoch werden kann. Die grundständige Blattrosette hat eiförmige, 5cm lange Blätter, während die ovalen, spitzen Stängelblätter kreuzweise gegenüber stehen. Die Blüten stehen in gabeligen Trugdolden an langen Stielen, blühen von Juli bis Oktober sehr schön rosa – lila und öffnen sich bei Sonnenschein sternförmig.

Nach der Artenschutzverordnung als besonders geschützte Pflanze!


Verwendete Teile:


Das Kraut der blühenden Pflanze mit Stängel.


Inhaltstoffe:


Bitterstoffglycoside aus Amarogentin und Gentiopiktrin, Flavonoide , Sterole, Pyridin, Aktinidin-Alkaloide.


Heilwirkung:


Mit Engelwurz gehört das Tausendgüldenkraut zu den Wirkstoffen des berühmten „Tonikum Amarum“ zur Stärkung von Herz und Nerven. Die große Menge an Bitterstoffen regt die Magensaftproduktion an und hilft so gegen Verdauungsprobleme, gegen Leber - und Gallenleiden.


Geschichte und Sage


Bereits im Altertum wurde Tausendgüldenkraut von Aristoteles und Plinius als Heilpflanze gerühmt und wegen seines bitteren Geschmacks als Erdgalle bezeichnet. Hippokrates verwandt das Kraut gegen Brustkrankheiten. Hildegard v. Bingen lobte das Tausendgüldenkraut bei Knochenbrüchen mit Wein getrunken. Sehr beliebt war das Kraut im Mittelalter um Fieber zu senken. Den Namen „Tausend“güldenkraut bekam es vielleicht, weil es gegen tausend Krankheiten zu verwenden war, oder wegen der Wirksamkeit

„Tausend“ Gulden wert war.


Kulinarisches:


Tausendgüldenkraut findet in vielen Magenbitterschnäpsen Verwendung.