Diptam, Dictamnus albus





Solinger Kräuterkontor




Muskatellersalbei

 

Salvia sclarea


 

 

 

 

 

 

 

 

Diptam, Dictamnus albus,

 

Rutaceae, diptamnum

Brennkraut, Escherwurz,

Pfefferkraut, Spechtwurzel, weißer Diptam,

Feuerpflanze, Blitzblumm,

Weißwurz, Elfenbeinwurz, Todtenbein.

 

 

Botanik:

 

Die mehrjährige,ausdauernde Pflanze hat einen Wurzelstock, der knotig und stark

verästelt ist. Aus ihm sprießen mehrere flaumig behaarte, im oberen

Teil mit zahlreichen Drüsen besetzte Stängel. Seine Blätter sitzen

wechselständig am Stängel, sind unpaarig gefiedert und durch

zahlreiche Öldrüsen punktiert. Die Blüten sind in fünfzähligen,

lockeren rosa-weißen und lila gestreiften Trauben angeordnet. Die

Blütezeit ist von Juni bis Juli. Den Blüten entströmt ein

lieblicher Duft nach Zimt und Zitrone, die Wurzel riecht sehr scharf.

Der Diptam wächst gerne an sonnigen Lichtungen, vorzugsweise in

Süddeutschland und Baden-Württemberg.

Bei uns wächst er inGärten. In heißen, schwülen Sommernächten entströmt dem Diptam

soviel ätherisches Öl, dass man die Pflanze anzünden kann, „ohne

das sie davon Schaden nimmt“. Die Pflanze hat bei übermäßigem

Genuss leicht giftige Wirkung.

 

 

Verwendete Teile:

 

Wurzel im Spätherbst,

obere Krautteile zur Blütezeit.

 

 

Inhaltstoffe:

 

Alkaloide, ätherisches

Öl, Bergapten, Saponine, Bitterstoffe, Anthocyane und Flavonglykoside.

 

 

Heilwirkung:

 

Pflanzenheilkundler verwenden den Diptam heute selten. In der Volksmedizin galt der Sud

der Wurzel als Mittel gegen Magenprobleme (gegen trockenen Magen),

Blähungen und bei unregelmäßiger Periode, auch als schleimlösendes

Mittel und zum Einreiben gegen Rheuma.

 

 

Geschichte und Sage:

 

Dictamnus bedeutet Strauch, der vom kretischen Berg Dicte kommt. Hier wurde Diptam in

der Antike sehr verehrt und Aphrodite sprach ihr wundersame Heilung

zu. Dioskurides verwendete den Namen Bockwurz. In der chinesischen

Medizin um 600 n. Chr. wird er als Mittel gegen pathogene

Hitzewallungen erwähnt, Hildeg. von Bingen nutzt die zermörserte

Pflanze gegen Herzbeschwerden und den Stein, der von „fetter Natur

im Menschen wächst“, sicher sind Gallensteine gemeint.

Tabernaemontanus empfahl Diptam als Bestandteil des berühmten

Theriaks. Heute ist er Bestandteil vom Schwedentrunk und Schwedenkräutern.

 

 

Kulinarisches:

 

Traditionell wird er zum

Aromatisieren von Likören verwandt. In Sibirien macht man daraus Tee.