Dill, Anethum graveolens



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        Dill

 

 

   Anethum        graveolens   


 

 

Dill, Anethum graveolens L., Apiaceae,   anetum

 

Gurkenkraut, Kümmerlingskraut,Dillfenchel, die Dille, Blähkraut. Dillich Gurkenkümmel

 

 

Botanik

 

Der aufrecht wachsende Dill mit khlen, blaugrünen, bereiften Stängeln und auffallend

schmallen Fiederblättchen wird bis zu 120 cm hoch, wobei er den typisch stark würzigen

Dillgeruch verströmt. Die Blätter sind fein gefiedert. Sie haben am Ende fadendünne Zipfel

die ebenfalls bläulich bereift,von einer Wachsschicht überzogen sind. Diese

verdunstungshemmenden Merkmale deuten auf eine südländische Heimat in trockengebieten hin.

Die charakteristische Blütendolde gibt der Pflanze den Namen Dill - verwandt mit Dolde.

Dill hat endständige, große gelb - flache Doppeldolden, dagegen sind die vielen kleinen Blüten dottergelb

und stark duftend.

Die Blütezeit ist von Juni bis September. Auf den ersten Blick ist Dill leicht mit Fenchel zu verwechseln.

Seine Spaltfrüchte sind flach in Gegensatz zu Fenchelfrüchten, die flach rund sind. Er ist seit alters her

im Mittelmeerraum anzutreffen, vielleicht hat er auch in Indien seinen Ursprung. Dort wächst er auch verwildert

in Getreidefeldern, bei uns, in Nordamerika und England wird er kultiviert.

 

 

verwendete Teile

 

Frucht und Blätter

 

 

Inhaltstoffe

 

Ätherisches Öl mit D-Carvon, Cumarine,Furanocumarine, Kaffeesäurederivate

 

 

Heilwirkung

 

Dill hat eine ähnliche Wirkung wie Kümmel und Fenchel. Er regt die Magensaftsekretion an,

wirkt carminativ, lindert Bauchkrämpfe, entkrampft die Verdauungsmuskulatur. Er steigert

den Milchfluss und verhindert bei regelmäßiger Einnahme durch die Mutter Blähungen

bei Säuglingen.

 

Geschichte und Sage

 

Im Papyrus Ebers aus Ägypten 1500 v. Chr. wird Dill erwähnt, die Römer bekränzten sich mit Dill,

römische Gladiatoren rieben sich vor den Kämpfen mit Dillöl ein, In der Bibel verlangen die Pharisäer

den Zent von Dill, Minze und Kümmel. Im 1. Jahrhundert n. Chr. kommt Dill nach Mittel- und Nordeuropa.

Er findet im CV Erwähnung. Hildegard von Bingen verwendet Dill lobend  "zur Unterdrückung sinnlicher Triebe."

 

 

Kulinarisches

 

Als Verfeinerung zu Salaten, Saucen und Fischgerichten und zur Herstellung von Kräuteressig findet Dill Verwendung.

In Österreich schätzt man Dillkartoffeln zu Fischgerichten. Dill ist ein Würzkraut der skandinavischen, baltischen, zentral-

und osteuropäischen Küche, in romanischen Ländern ist Dill nicht bekannt.