Bohnenkraut, Satureja hortensis



Solinger Kräuterkontor

 

 

 

 

 

Bohnenkraut

 

satureja hortensis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bohnenkraut, satureja

hortensis L, Lamiaceae, satureiam

 

Kölle, Pfefferkraut,

Weinkraut, Wurstkraut,

 

 

Botanik:

 

Zur Familie der Lippenblütler gehört das 40 cm hohe, im Juli und August blühende,

einjährige Bohnenkraut, (satureja hortensis L), naher Verwandter des

Winter- oder Bergbohnenkraut (satureja montana), welches mehrjährig

und kräftiger im Geschmack ist. Obwohl einjährig, verholzen die

Stängel im unteren Bereich. Sie sind wenig, etwas flaumig behaart,

wobei viele dieser Härchen als Drüsenschuppen zu erkennen sind, die

ein würzig aromatisches, ätherisches Öl verströmen.

Kleine, länglich-schmale 1- 3 cm große Blättchen sind an der Ober- und

Unterseite behaart und lassen gegen Licht betrachtet ebenfalls

Öldrüsen als weiße Flecken erkennen.Die Blüten haben eine

blasslila, manchmal auch rosa Farbe und enthalten reichlich Nektar,

wodurch sie zu einer bevorzugten Bienenweide werden.

Bohnenkraut hat seine Heimat in den östlichen Mittelmeerländern, am schwarzen Meer, in

Nord- und Süditalien bis zu den Seealpen. Es gedeiht gerne auf

heißen Kalkhängen, im Kaukasus und den Alpen bis zu einer Höhe von 1500 m ü. NN. Bohnenkraut

sät sich gerne selbst aus und findet sich im nächsten Jahr auch in

Ritzen und Spalten des Mauerwerks.

 

 

Verwendete Teile:

 

Das Kraut kurz vor der Blüte

 

 

Inhaltstoffe:

 

Ätherisches Öl,

Gerbstoffe, Bitterstoffe, Sitosterin, Urolsäure. Das ätherische Öl

(0,1 – 2% ) mit dem hohen Gehalt von 30% Carvacrol und 20% Cymol,

Thymol, Dipenten, Phenolen u.a.

 

 

Heilwirkung:

 

 Bohnenkraut ist eine Droge, die sich positiv auf den gesamten Magen- Darmtrakt auswirkt.

Man behandelt Verdauungsstörungen, Blähungen, Appetitlosigkeit und

Durchfall sehr erfolgreich mit Bohnenkrauttee. Außerdem wirkt es

gegen Husten und Asthma.

 

 

Geschichte und Sage:

 

Mit den Benediktinermönchen kam es zu uns und wird seit dem 9. Jahrhundert

in unseren Gärten und Klöstern angebaut. Dioskurides und Galen

ordneten es als erhitzend und trocknend ein, ähnlich wie

Gartenthymian. Die Pilgrimväter nahmen es schon mit in die neue Welt.

 

 

Kulinarisches:

 

Neben seiner sehr guten Würzeigenschaft (nur kurz mitkochen) bei deftigen Gemüsen, Wurst-

und Fleischgerichten ist es neben Thymian, Oregano und Rosmarin

Bestandteil der „Herbes de Provence“, wird auch bei der

Herstellung von Kräuterlikör verwandt.